Die Zukunft der Ayasofya

Während die Hagia Sophia ein Museum war, erreichte die letzte Besucherzahl 2019 3.727.000 Menschen aus aller Welt – an manchen Tagen überstieg die Zahl der täglichen Besucher 20.000. Generell wird erwartet, dass die Besucherzahlen nach der Öffnung als Moschee steigen werden, da der Zutritt in Zukunft kostenfrei (wenn auch nicht unreglementiert) sein wird.  Die Kassenhäuschen am Eingang werden entfernt, jeder kann die Ayasofya, wie es bei Moscheen üblich ist, ohne Eintritt zu zahlen besuchen. Lediglich der Zugang zum Obergeschoss wird kostenpflichtig sein. Um die Besucherströme zu regulieren, wird es ein online Terminsystem geben.  Der bezahlte Besuchereingang für die Galeriebereiche im Obergeschoss gehört zu den Alternativen. Das Terminsystem steht auch für ausländische Besucher auf der Tagesordnung.

Die Restauration der Hagia Sofia (Ayasofya) wird fortgesetzt

In der Hagia Sophia laufen seit Jahrhunderten zahlreiche Restaurierungen, viele sind abgeschlossen und viele Restaurierungsprojekte warten auf ihren Beginn. Wenn die Verwaltung des Gebäudes vollständig an die Behörde für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) übergeben wird, stellt sich für viele Beobachter die Frage, ob diese Restaurierungen unvollendet bleiben. Dem ist allerdings nicht so: Selbst nachdem das Kulturministerium das Gebäude vollständig übergeben hat, werden die Reparaturen von der Generaldirektion Stiftungen sowie vom Ministerium für Kultur und Tourismus wie in der Sultanahmet-Moschee fortgesetzt. Auch die Religionsbehörde hat für die Restaurierung historischer Museen ein großzügig ausgestattetes Budget, sodass eher zu erwarten ist, dass mehr Mittel für die Restaurierungen zur Verfügung stehen können. 

WISSENSCHAFTSAUSSCHUSS BLEIBT BESTEHEN

Die Restaurierungen der Hagia Sophia werden seit 1993 nur mit Genehmigung und unter Aufsicht des Wissenschaftlichen Ausschusses durchgeführt, verantwortlich zeichnen Professor Dr. Zeynep Ahunbay, Prof. Dr. Mustafa Erdik und Prof. Dr. Nevzat İlhan. Das Komitee, bestehend aus Akademikern, die Experten auf ihrem Gebiet sind, wie Selçuk Mülayim, entscheiden über die  benötigten Reparaturen und evaluieren die für diese Reparaturen vorbereiteten Restaurierungsprojekte.   Beamte des Ministeriums geben an, dass das 1500 Jahre alte Gebäude jederzeit restauriert werden muss und dass das wissenschaftliche Komitee für eine ordnungsgemäße und wissenschaftliche Anwendung unerlässlich ist. Aus diesem Grund wird darauf hingewiesen, dass sich der wissenschaftliche Ausschuss unabhängig von der bevorzugten Verwaltungsform nicht ändert.

Die Fresken werden nicht verdeckt

Der Zustand der Fresken in der Hagia Sophia gehört zu den grössten Problemen. Ausgehend von der Vorschrift, dass es Muslimen verboten ist, unter /an Abbildern von Menschen zu beten, werden mehrere Möglichkeiten einer vorübergehenden Verdeckung der einmaligen und wertvollen Fresken diskutiert. , z. B. ein automatisch gesteuertes Vorhangsystem vor den Fresken, um  sie während der Gebetszeiten mit einer leichten Methode zu schließen. Eine weitere, technisch aufwendigere Methode soll ein Lichtsystem sein, das die Fresken während der Gebetszeiten in Dunkelheit taucht.  Soweit aus den Archiven ersichtlich ist, wurde festgestellt, dass die Fresken während der osmanischen Zeit freigelegt wurden und dass die Fresken während der Fossati-Reparaturen von 1850 gegen Verschütten geschützt waren. Infolgedessen wurden Fresken freigelegt und stellten keinen Nachteil für die Betenden dar, während sie in der osmanischen Zeit noch als Moschee vorhanden waren. Aus dieser Sicht werden die Fresken alternativ nicht abgedeckt. Die Behörden betonen, dass sie niemals mit Gips oder anderen schädigenden Methoden permanent bedeckt werden.

DEZEIT FÜR UNTERSUCHUNGEN GESCHLOSSEN

Das Hagia Sophia Museum ist seit gestern Morgen geschlossen. Die Polizei, die den Eingang des Museums mit Barrieren versperrte, ergriff Sicherheitsmaßnahmen. Niemand wurde aufgenommen, auch wenn er ein Ticket hatte. Als die Zahl der Menschen, die von Zeit zu Zeit vor der Ayasofya beteten, zunahm, griff die Polizei mit der Begründung ein, dass soziale Distanz nicht eingehalten wurde und löste die Ansammlung auf. Jeder, der den Sultanahmet-Platz betrat, wurde durchsucht. In den Minaretten und Kuppeln der Hagia Sophia Moschee wurde eine Untersuchung durchgeführt.

 

 

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