Extreme Hitzewelle im Anmarsch

Temperaturen bis zu 43 Grad in Antalya erwartet

Dass die Sommer an der Türkischen Riviera heiss sind, ist wahrlich keine Überraschung. Die Temperaturen, die die Region in der nächsten Woche ab Dienstag zu erwarten hat, sind aber ein gutes Stück über dem langjährigen Mittel. Der starke Nordostwind (Poyraz) der gleichzeitig schon für den heutigen Sonntag angekündigt ist, macht die Hitze zwar erträglicher, aber erhöht die Waldbrandgefahr und nicht zuletzt auch die Gefahr, die Hitze und Sonneneinstrahlung zu unterschätzen, immens. 

In Alanya werden ab Mittwoch Temperaturen über 34 Grad im Schatten erwartet, die sich zum Wochenende bis auf  37 Grad steigern. Antalya erreicht die 35 Grad bereits heute – am Freitag und Samstag nächster Woche sind bis zu 43 Grad im Schatten zu erwarten, auch die Region Side ist mit 41 Grad ordentlich dabei. Die offiziellen erwarteten Temperaturen sind dabei meist niedriger als an Spots mit viel Bebauung (Innenstadt) oder freien Flächen (Strand) zu erwarten sind. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ niedrig, was die Hitze leichter erträglich macht. Der UV-Index ist  durch die klare Luft und fehlende Feuchtigkeit allerdings extrem hoch und die trockene Luft ist insbesondere riskant für die vielen Straßentiere.  Die heisseste Zeit Ende Juli bis Ende August mit zunehmender Luftfeuchtigkeit ist allerdings noch gar nicht angebrochen.

Der Direktor des Forschungszentrums für Klimapolitik der renommierten Universität Boğaziçi, Prof. Dr. Levent Kurnaz gab an, dass die höchsten Temperaturen bis zum 15. August zu verzeichnen seien und dass die Temperatur an manchen Orten in der Türkei über 50 Grad steigen werde.

Durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung wurden tagelang Lufttemperaturrekorde gebrochen, und der Zeitraum zwischen dem 3. und 6. Juli wurde als „wärmste Woche“ registriert. Die weltweite Durchschnittstemperatur, die bei rund 16,6 Grad hätte liegen sollen, überstieg 17 Grad; Am 5. Juli erreichte die Temperatur 17,23 Grad. Kurnaz betonte, dass der Temperaturanstieg hauptsächlich mit den Meeresströmungen zusammenhängt, und warnte davor, dass sich das Meerwasser durch den Übergang von La Nina zu El Nino im Pazifik erwärmen werde.  Er erklärte allerdings auch, dass neben den Küsten Südamerikas und Afrikas auch Länder wie Spanien, das Vereinigte Königreich, Indien, Bangladesch und Australien viel schneller betroffen sein werden als die Türkei.

In diesem Jahr sind die Auswirkungen der sengenden Hitze in der Türkei zu spüren, auch wenn der Sommer sich etwas verspätet hat. In Cizre, Şırnak, wurde eine Rekordtemperatur von 49,1 gemessen. Laut Levent Kurnaz werden in einigen Städten Südostanatoliens Temperaturen über 50 Grad erwartet. Aufgrund der fehlenden Luftfeuchtigkeit und der Hitzegewöhnung der Menschen kommt es jedoch nur in Ausnahmefällen zu tödlichen Auswirkungen.

Der Stromverbrauch ist auf das höchste Niveau gestiegen, da die steigenden Temperaturen den Einsatz von Klimaanlagen und Ventilatoren verstärkt haben. Kurnaz machte darauf aufmerksam, dass der höchste Energiebedarf der Türkei in der letzten Juliwoche, wenn die Temperatur am höchsten ist, anfallen wird, und forderte Maßnahmen zur Vermeidung von Unterbrechungen.

Wie man am besten über die heiße Zeit kommt, können Sie hier nachlesen: TIPPS BEI SOMMERHITZE

 

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