Am heutigen Dienstag, den 12. Mai 2026, ist am Flughafen Antalya (AYT) ein neues Logistikmodell für VIP-Transfers (Minivans/Vito-Klasse) in Kraft getreten. Was die Verwaltung als notwendige Optimierung des Verkehrsflusses bezeichnet, führte bereits am Vormittag zu einer Welle von Protesten, bei denen hunderte Fahrer die Zufahrten zum Terminal 2 blockierten.
Die neue Logistik: Trennung von Warte- und Pick-up-Zonen
Hintergrund der Neuregelung ist laut Fraport TAV das immense Verkehrsaufkommen durch Individualtransfers, die mittlerweile fast 47 % der Parkplatznutzung ausmachen. Um den Stau direkt vor den Terminals aufzulösen, wurde ein zweistufiges Verfahren eingeführt:
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Bereitstellung am Terminal 1: Transferfahrzeuge dürfen nicht mehr direkt am Terminal 2 auf Gäste warten. Sie werden stattdessen auf das Parkhaus von Terminal 1 (Ebene 4 und 5) oder dortige offene Parkflächen verwiesen, wo das Parken zeitlich unbegrenzt möglich ist. Hier soll das Parken für die wartenden Transferfahrzeuge auch kostenfrei sein.
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Abruf-Verfahren: Sobald die Gäste am Terminal 2 bereitstehen und Kontakt zum Fahrer aufgenommen wurde, fährt das Fahrzeug vom Terminal 1 vor. Die Fahrzeit zwischen den Terminals beträgt etwa 10 bis 20 Minuten.
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Wartebereich für Gäste: Für Passagiere wurde links vom Ausgang Terminal 2, nahe dem TÜRSAB-Kontrollpunkt, eine spezielle Wartefläche mit Sitzgelegenheiten und kostenlosem WLAN eingerichtet. Hier erfolgt der Empfang nun primär über Firmenlogos statt individueller Namensschilder. Hier soll gleichzeitig dem zunehmenden Geschäft mit illegalen Transfer der Boden entzogen werden, weil die Mitarbeitenden am Kontrollpunkt nur lizensierte Unternehmen und Fahrzeuge informieren, dass für sie Kunden warten.
Drakonische Sanktionen sorgen für Unmut
Die größte Kritik entzündet sich an den massiven Strafgebühren und Sperren, mit denen die Einhaltung der neuen Halteverbote in der Pick-up-Zone erzwungen werden soll. Die Betreiber, die deutsche FRAPORT AG, setzen auf eine Abschreckungstaktik:
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Zeitlimit: Das Einsteigen der Gäste muss innerhalb von exakt 15 Minuten abgeschlossen sein.
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Strafgebühren: Bei Überschreitung dieser Frist fallen gestaffelte Kosten an: 1.000 TL für bis zu 30 Minuten, 3.000 TL für bis zu 45 Minuten und bis zu 5.000 TL für eine Stunde. Wer über eine Stunde am Pickup-Platz wartet, wird für eine Woche gesperrt.
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Einfahrtssperren: Nach jeder Ausfahrt ist das Fahrzeug für zwei Stunden für Terminal 2 gesperrt. Wer länger als 60 Minuten parkt, erhält laut den Berichten ein einwöchiges Fahrverbot für den gesamten Flughafenbereich.
Protest der Fahrer: „Turismus-Sektor wird gelähmt“
Bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten der Regelung formierte sich Widerstand. Hunderte Fahrer versammelten sich mit ihren Fahrzeugen zu einem Korso und blockierten unter lautem Hupen die Terminalausfahrten. Die Kritikpunkte der Branche sind vielfältig:
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Faktor Mensch: Die Fahrer betonen, dass Verzögerungen bei der Gepäckausgabe oder Passkontrolle außerhalb ihres Einflusses liegen, sie aber nun die finanziellen Konsequenzen tragen müssten. Da sie aber erst zum kostenpflichtigen Abholpunkt gerufen werden, wenn die Kunden das Terminal verlassen haben, sollte das ein eher unwichtiger Punkt sein.
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Wirtschaftliche Belastung: Branchenvertreter warnen, dass diese Gebühren die Existenz der kleinen Dienstleister bedrohen, da tägliche Mehrfachfahrten bei kleinsten Verzögerungen unbezahlbar werden.
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Infrastruktur-Kritik: Es wird hinterfragt, warum das Terminal 1 seit zwei Jahren kaum genutzt wird, während man am Terminal 2 nun künstliche Barrieren für den wichtigsten Teil des Personentransports – die Minivans – schafft.
Während die Flughafenleitung und die TÜRSAB das Modell als notwendigen Schritt zur „Verbesserung der Servicequalität“ und „Regulierung des Empfangsprozesses“ verteidigen, sieht die Basis der Dienstleister darin eine einseitige finanzielle Belastung. Die kommenden Wochen der beginnenden Hochsaison werden zeigen, ob das Abruf-System die Verkehrsnot löst oder ob der anhaltende Protest eine Revision der Gebührenordnung erzwingt.
HINWEIS: Mietwagen-Kunden sind von dieser Regelung nicht betroffen. Sie werden von unserer Partnerfirma FORCE RENT A CAR wie gewohnt am Ausgang mit einem FIRMENSCHILD erwartet. Kunden die in diesem Zusammenhang einen Transfer gebucht haben, müssen nicht zum Sammelschalter, sondern können sich am Schalter 65 melden. Wir holen Sie dort ab und bringen Sie zu Ihrem Fahrzeug.


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