Alanya gleicht derzeit einem gigantischen Freiluftlabor für Stadtentwicklung. Wer aktuell durch das Zentrum navigiert, braucht starke Nerven: Überall prägen Absperrungen, aufgerissene Fahrbahnen und schwere Maschinen das Stadtbild. Erschwerend kam ein ungewöhnlich nasser Winter hinzu, der die Arbeiten immer wieder ausbremste und die Baustellen in Schlammlandschaften verwandelte. Die Folge sind massive Verkehrsbehinderungen, eine fast aussichtslose Parkplatznot und eine wachsende Zahl von Beschwerden seitens der Anwohner und Pendler. Doch während der Unmut über Stau und Dreck wächst, rückt das Ziel der umfassenden Neugestaltung näher.
Der Countdown für das großangelegte Infrastruktur- und Oberflächensanierungsprojekt der Stadtverwaltung von Alanya in der zentralen Atatürk-Straße läuft. Während die Arbeiten seit dem 3. November auf Hochtouren laufen, werden die Rufe aus der Unternehmerschaft nach einer Beschleunigung laut. Trotz der aktuellen Belastung äußert die Mehrheit der Bürger und Geschäftsleute Vertrauen in Bürgermeister Osman Tarık Özçelik und sein Team. Der allgemeine Tenor lautet: „Das Projekt wird, wie von Bürgermeister Osman versprochen, um den 20. Mai herum abgeschlossen sein.“ Im Rahmen dieser weitreichenden Modernisierung werden sämtliche Versorgungsleitungen – von der Trinkwasserversorgung bis hin zur neuen Erdgasinfrastruktur – von Grund auf erneuert.
Mit Blick auf den von Özçelik gesetzten Zieltermin mahnen die Vorsitzenden der örtlichen Berufskammern jedoch eine Anpassung der Arbeitsabläufe an.
Velittin Yenialp, Präsident der Krämerinnung von Alanya, bezeichnete das aktuelle Arbeitstempo als unzureichend. Er betonte, dass ein Projekt dieser Größenordnung nicht mit herkömmlichen Dienstzeiten zu bewältigen sei. Seiner Ansicht nach hätte man längst auf ein Drei-Schicht-System umstellen müssen. Die Geschäftsleute befänden sich kurz vor Beginn der Hauptsaison in einer Phase großer Unsicherheit und finanzieller Bedrängnis; jede Verzögerung würde die wirtschaftlichen Einbußen massiv verschärfen. Ähnlich besorgt äußerte sich Ali İhsan Özdemir, Präsident der Handwerkskammer von Alanya. Er gab zu bedenken, dass die Einhaltung des Zeitplans im Ein-Schicht-Betrieb kaum realisierbar sei und forderte mindestens ein Zwei-Schicht-Modell, um den Prozess zu entzerren.
Größte Transformation seit den 1980er Jahren
Die Atatürk-Straße erlebt derzeit die umfassendste Umgestaltung seit über vier Jahrzehnten. Für den lokalen Handel ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Arbeiten abgeschlossen sind, bevor die Tourismussaison ihre volle Kapazität erreicht. Die Stadtverwaltung von Alanya hat unterdessen auf die Sorgen der Anwohner und Ladenbesitzer reagiert und die Intensität der Arbeiten in den letzten Tagen sichtlich erhöht.
Verantwortlich für die Steuerung und Umsetzung dieses Mammutprojekts zeichnen neben Bürgermeister Osman Tarık Özçelik die Funktionäre Murat Levent Koçak, Nazmi Zavlak, Bülent Kandemir und Mehmet Can Karagöz.

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